| Entenjagd in Dänemark
- Sept. 2005 |
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Ich sehe John, wie er am Zaun auf und ab geht. Er hat May auf eine geflügelte Ente jenseits des Zaunes angesetzt und nun ist sie schon seit geraumer Zeit nicht mehr zu sehen. Endlich taucht sie wieder auf, natürlich mit der geflügelten Ente im Fang. John nimmt ihr die Beute ab, klettert kurzerhand über den 1,50m hohen Zaun und reicht mir May herüber. Gerne nimmt sie den Boden unter ihren Pfoten wieder an - und weiter gehts... |
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Schauplatz der vierten Jagd ... ein
Traum: großer See, viele Schilfinseln, gegenüber an der anderen
Uferseite Wald, dichter Bewuchs, an unserer Uferseite Schilf. Wir
stehen auf einer Wiese, hinter uns dichter Bewuchs dann die Straße.
Es ist alles sehr übersichtlich. - Der Schütze vor mir hat
es nicht einfach, da er direkt in die Sonne sehen muß. Die ersten
Enten fallen, Paddy macht seinen Job noch immer sehr gut, schnell holt
er die ersten vier Enten aus dem Schilf. Ich sehe eine Ente hinter mir
ins Dickicht fallen, auch Pad hat sie im Augenwinkel. Ich schicke ihn,
er steckt die Nase in die Brombeeren, zieht aber dann zurück - seine
Augen sagen "hier ist nix". Ich kämpfe mich mit ihm durchs Gestrüpp,
wir versuchen unser Glück auf der anderen Seite. Wieder, so denke
ich, hat er Witterung, nur die Dornen scheinen ihn abzuhalten (??). Er
geht jetzt weiter nach links die Straße entlang, ist
gute 20 Meter von mir entfernt. Noch einmal hole ich ihn zurück,
führe ihn in Richtung Fallstelle. Er wühlt sich durch das
Dickicht, ich sichere derweil die Straße und lasse ihn nun einfach
machen. Er ist nicht zu sehen, nicht zu hören, langsam dauert mir
das zu lange, ich schaue die Straße nach rechts und nach links: "kein
Paddy". Wieder kämpfe ich mich durchs Gebüsch ... da kommt er
von links, stolz die geflügelte Ente im Fang. Guter Junge, hattest
also doch die bessere Nase ... ich hätte dir mehr vertrauen müssen.
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Nach dem Abblasen dieser letzten Jagd gehe ich mit Paddy an der Wald-/Uferkante entlang, hier treffen wir auf John mit seinen Hunden. Paddy sucht noch die Ufergegend ab, ich merke ihm jetzt den langen Jagdtag an. May findet und bringt John immer mal wieder eine Ente. Sie sucht fleißig und unermüdlich weiter. Gate ist genau wie Paddy immer in unserer Nähe, die Hunde haben heute viel geleistet. May bringt die letzte geflügelte Ente und wir machen uns gemeinsam auf den Rückweg zu unserem Anhänger. Die anderen Hundeführer warten schon auf uns und gut gelaunt fahren wir zurück zum Landsitz. |
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Die Gutsfamilie mit ihren Jagdgästen
auf der Freitreppe des Gutshauses |
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Lykkesholm
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Auf Gut Sludegård führt unser Weg zunächst an einen See. Der Ablauf der Entenjagd ist ähnlich dem vom Vortag. Die Schützen nehmen ihren Stand ein, wir Hundeführer stehen ca. 20m hinter ihnen im offenen Feld. John ist links von mir, ein Flatbesitzer mit seinem Hund rechts von mir. Die ersten Enten fliegen auf, bei dieser ersten Jagd werden allerdings nicht allzu viele Enten geschossen. Paddy kommt nicht zum Apport, John holt mit seinen drei Hunden Clyde, May und Gate gerade mal eine. Bald machen wir uns auf zum zweiten Gewässer. Aber auch hier kein anderes Bild, nur ganz wenig Enten. Kurzerhand wird in ein anderes Jagdgebiet ausgewichen. Unser Weg führt uns zu einem herrschaftlichen Anwesen: Schloss Lykkesholm, das leider nur noch als Sommersitz, beziehungsweise für besondere Anlässe genutzt wird. |
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Hier erwartet uns eine völlig neue Situation: Wir stehen inmitten eines Schilfgürtels, keinerlei Sicht nach vorne und zu den Seiten. Hinter uns dichter Wald, vor uns ist das Wasser nur zu erahnen, ein Stück Himmel ist zu sehen. Der Schütze vor mir nimmt seine Position ein, er wagt sich weit vor, sucht immer zuerst mit dem Fuß nach Halt und findet schließlich vorne an der Schilfkante seinen Standort. Stolz dreht er sich zu mir um, der Boden schwankt leicht unter seinen Füßen und winkt mir lachend zu. "I can't swim", rufe ich ihm übermütig zu, er grinst nur und dreht sich wieder Richtung Wasser. Der Jäger schaut die ganze Zeit konzentriert Richtung Himmel, aber keine Ente läßt sich blicken. Es dauert lange bis das Signal zur Jagd ertönt, dann fallen die ersten Enten ein. Es bleibt dennoch schwierig, man sieht sie nur kurz. Mittlerweile sind hinter uns im Wald ein paar Enten zur Strecke gekommen. Ich mache mich mit Paddy auf die Suche. Gemeinsam mit May, Gate und einem Flat wird das Gelände systematisch abgesucht. Paddy bekommt Witterung und findet, auch Gate und der Flat bemerken die Beute, respektieren aber Paddy's Recht und suchen an anderer Stelle. |
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Gerade als wir zurückkommen, sehe ich wie "mein" Schütze wohl unbewußt einen Schritt nach links macht. Sein Fuß findet jedoch keinen Halt und der Länge nach platscht er ins Wasser. Mutig versucht er seine Flinte vor dem Ertrinken zu retten und streckt sie in die Höhe. Sein Oberkörper, sein Kopf tauchen sekundenlang unter, nur seine Gummistiefel ragen noch aus dem Wasser. Zunächst wie erstarrt, betrachte ich dieses Schauspiel das sich mir da bietet. "Wie ein Fisch auf dem Trockenen" kämpft er im Wasser. Schnell drehe ich mich zu Paddy um, ein kurzes Grinsen gönne ich mir, mehr wäre wohl jetzt nicht angebracht.... |
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Auf dem Gutshof von Rugård eine Woche später sind einige bekannte Hundeführer von der letzten Jagd wieder dabei, aber auch neue Gesichter. Peder hat die Jagd wieder bestens organisiert. Das Treiben beginnt, die ersten Enten lassen heute länger auf sich warten, sie fliegen auch nicht so zahlreich. Die Gutsbesitzerin hat sich zu uns gesellt und ist etwas besorgt darüber. Doch dann fallen die ersten Enten ein, es wird geschossen und die heutigen Schützen, dieses Mal sind es Dänen, treffen besser. |
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Diese drei Jagdtage waren für mich
und meinen Paddy ein tolles Erlebnis, das uns wieder ein Stück
mehr verbunden hat. Die Kameradschaft der Hundeführer, die mich
wie selbstverständlich in ihrer Mitte aufnahmen, die große
Gastfreundschaft der dänischen Gutsfamilie, die uns über die
gesamten Jagdtage bestens betreut und bewirtet hat und nicht zuletzt die
traumhafte Jagdkulisse werden mir unvergesslich bleiben. Vieles, was ich
von Paddy gesehen habe hat mir sehr gefallen, er ist schon ein toller
Kerl mein Pad. Einiges werde ich mit ihm noch im Training verfeinern, insgesamt
jedoch hat er sich wieder einmal als brauchbarer Jagdhund gezeigt.
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