Maria Schmolln (A) - 22.06.2008

Noch knapp eine Stunde bis zum WT-Beginn, ich mache es mir mit Paddy bei 34° C im Schatten bequem, mittlerweile habe ich ihm mit dem Wasserschlauch auch schon die wohltuende Abkühlung verschafft - so lässt es sich aushalten und die Stunde verfliegt wie im Flug.
Zum WT Gelände müssen wir noch einmal ins Auto steigen und ein paar Minuten fahren, aber die Fahrt lohnt sich, es wird zwei Aufgaben am Wasser geben, die Wartezonen liegen schön im Schatten ... und wir haben Julia mit Fijeles (Paddy x Puma) im Gepäck :-)

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Bilder Julia Winkel / StefSchmid
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Wir beginnen an Station 3 - David Field:
Startpunkt ist an einem Teichufer. Zuerst soll ein Blind diagonal über's Wasser am anderen Ufer gearbeitet werden. Entfernung ca. 40m. Der Hund soll schräg über's Wasser und muß zuerst durch Schilfgras hindurch.
Ich konzentriere Paddy auf die vorgegebene Richtung und schicke ihn mit voran. Zügig nimmt er das Schilf an und arbeitet sich nach vorne. An der Schilfkante zögert er leicht, sicherheitshalber schicke ich ihm ein "over" hinterher und schon gleitet er ins Wasser und schwimmt in gerader Richtung nach vorne. Er ist ein wenig weit rechts, bekommt Wind vom Uferbereich her und sofort zeigt ihm seine Nase den richtigen Weg - Suchenpfiff und zack hat er das Dummy.
Paddy kommt über den kürzeren Landweg zu mir zurück und setzt sich an meine linke Seite. Das Dummy übergebe ich dem Richter, just in the moment springt mein Pad senkrecht in die Höhe und schüttelt sich nach Paddymanier noch in der Luft das Wasser aus dem Fell - "sorry for the shower" lächle ich den Richter an - bei diesen Temperaturen ist das IHMO ein super Service von meinem Pad ;-).
Ganz erwartungsvoll sitzt danach mein Pad neben mir, auch der Richter wartet gespannt - doch nichts passiert: "where ist my gunner?" und gleich wirft der Helfer die versprochene Markierung an die Stelle des ersten blinds. Paddy steht unter Spannung für den Apport, doch wir sollen ein blind von der rechten Insel holen, Entfernung ca. 50 m, Winkel zur Verleitung ca. 45°. Ich richte meinen Pad aus und schicke ihn. Schnell nimmt er das Schilfgras und schwimmt aufs offene Wasser hinaus. Auf Höhe der Insel stoppe ich ihn und schicke ihn rechts. Schnell begreift er, dass er die nahe liegende Insel ansteuern soll, erklimmt rasch das Ufer - Suchenpfiff und schon hat er das zweite Dummy.
"Well done", bekommen wir zu hören - 17 Punkte, ein guter Start für heute.
Unsere nächste Aufgabe, Station 4 - Robert Kaserer ist ganz in der Nähe, eine große Waldlichtung. Wir arbeiten im Zweier-walk up zusammen mit einem Team aus Ungarn. Zuerst ein kleiner walk up über die Wiese. Auf der rechten Seite im Waldhang fällt eine Markierung. Der Schütze steht an der Waldkante und schießt hinauf, die Markierung ist schlecht zu sehen, Entfernung ca. 90m.
Paddy hat nicht gut markiert, hat eventuell nur das Aufschlagen des Dummys mitbekommen. Der zweite Schuß des Schützen geht hinaus auf die offene Wiese in Richtung der Heuballen, Entfernung ca. 130m.
Nach Freigabe schicke ich meinen Pad mit "Apport" in die gewünschte Richtung. Zügig nimmt er das Gelände und auch den Waldhang, er ist allerdings ein wenig weit rechts und arbeitet sich wieder nach unten. Ich stoppe ihn und schicke ihn mit voran wieder den Hang hinauf. Auf Höhe des Dummys stoppe ich ihn ein zweites Mal - er hat schon Wind, arbeitet sich selbstständig nach rechts und findet das Dummy. Schnell kommt er wieder zu mir zurück.

Nachdem das ungarische Team die Aufgabe gelöst hat tauschen wir die Positionen und das Spiel beginnt von neuem.

Dieses Mal allerdings achte ich darauf, dass Paddy so wenig wie möglich von der geworfenen Markierung erkennen kann, indem ich ihn leicht nach links drehe.

Der zweite Schuß fällt und Paddy stellt gleich wieder die Ohren - "genau, das war deiner", denke ich. Wir müssen uns ein wenig gedulden, unsere Teampartner sind zuerst an der Reihe.
Nach unserer Freigabe richte ich meinen Pad perfekt aus, er fixiert die weißen Heuballen und sofort schicke ich ihn los. Er hält genau die Linie, läuft flott in Richtung Heuballen - Suchenpfiff - und zack hat er das Dummy. "Perfekt" werden wir von Robert gelobt.
Um zu Station 1 - Judy Hendry-Rainey zu kommen, müssen wir wieder ganz durch das Prüfungsgelände zurück gehen. Ich nutze die Zeit, um Paddy ein wenig Auslauf zu gewähren.
Bei der Aufgabe angekommen erwarten uns zwei blinds in einem lichten Waldgebiet. Das erste liegt halb rechts am Beginn einer Waldlichtung in hohem Gras, Entfernung ca. 70m. Das zweite liegt links davon, Winkel ca. 30°, Entfernung ca.100m, leicht Hang aufwärts in der Nähe eines klar beschriebenen Baumes. Der direkte Weg wird durch einen querliegenden Ast versperrt.
Nach Freigabe schicke ich meinen Pad auf das zuerst zu holende blind. Er hat die Richtung genau, allerdings schätze ich die Entfernung schlecht ab und gebe ihm den Suchenpfiff etwas zu spät. Er sucht sich in den Wald hinein, ich hole ihn wieder zurück, er taucht ein wenig zu weit links wieder auf. Auf Höhe des blinds stoppe ich ihn und schicke ihn nach rechts, dieses Mal ist er näher und findet schnell.
Mittlerweile habe ich mich ein wenig in den Randbereich des querliegenden Astes bewegt, und setze meinen Pad auf das zweite Dummy an, der Ast versperrt aus dieser Position nicht mehr allzu sehr den Weg. Paddy ist konzentriert, fixiert genau die Richtung in der er Erfolg haben wird. "Voran" schicke ich ihn und wieder nimmt er zügig die Richtung, arbeitet sich den leichten Hang hinauf, läuft schnurgerade, ist im Suchengebiet und schnappt sich sein grünes Leinensäckchen. Super gemacht, "mein toller Junge"!
Wieder zurück durchs Gelände zu Station 2 - Alan Schofield:
Einzelmarkierung mit Schuß in einen morastigen Schilfgürtel. Startpunkt ist am gegenüber liegenden Teich, der ca. 30 m breit ist. Um in den Schilfgürtel zu gelangen, muß der Hund zuerst über eine Landzunge mit leichten Bewuchs hinweg. Nimmt der Hund den Landweg auf seinem Rückweg, muß er durch zuvor ausgelegte Verleitdummys laufen. Paddy kann das Dummy gut sehen und markiert.
Nach Freigabe schicke ich ihn, zügig nimmt er das Wasser an, arbeitet sich in gerader Linie über die Landzunge und verschwindet im Schilf. Ich höre es nur noch rascheln, sehe ihn nicht mehr, merke allerdings an den Helfern, dass er wohl inzwischen im dahinter liegenden Wald sein muß. Ich pfeife ihn zurück und gleich taucht er an der Waldkante wieder auf. Ich schicke ihn links und gebe ihm im Fallgebiet den Suchenpfiff.
Ohne einen für mich ersichtlichen Grund kommt in diesem Moment vom Richter: "call him back". Erst glaube ich mich verhört zu haben, aber Alan Schofield wiederholt seine Anweisung.
Ich hole meinen Paddy widerwillig leer zu mir zurück und versuche danach beim Richter zu erfahren was wir denn falsch gemacht haben. Alan Schofield bleibt mir die Begründung schuldig (sein kurz dahin geworfenes "sorry" finde ich da nicht wirklich hilfreich), also gehe ich bis heute davon aus, dass es auch für ihn keinen konkreten und klar zu definierenden Grund für diese Entscheidung gegeben hat.
Ein mehr als fader Beigeschmack bleibt mir erhalten.

Am nächsten Tag erfahre ich aus dem Internet unsere Gesamtpunktezahl aus 3 Aufgaben ... Doppelt ärgerlich, wenn man durch eine zweifelhafte Richterentscheidung aus dem Rennen geworfen wurde, aber was soll's, Paddy hat super gearbeitet und das nächste Mal ist das Glück wieder auf unserer Seite!

Der Organisation, den Helfern, den Richtern danke ich an dieser Stelle herzlichst für diesen schönen Workingtest, welchen ich, zwar um eine bittere Erfahrung reicher, aber dennoch aus vollen Zügen genossen habe.

Hervorheben möchte ich noch das wunderschöne Gelände, das zu diesem Anlass für die S-Klasse von Franz Birnleitner zur Verfügung gestellt wurde.

... and last but not least :-)
Julia mit Fijeles danke ich herzlichst für die supernette Begleitung und die schönen Photos.