Himmel
Cup (CH) - 08.03.2008
Ein
schöner Workingtest liegt hinter mir und meinem Pad, und das nicht nur
wegen unserer guten Platzierung.
Silvia Mutter und Ihrem Helferteam noch einmal ganz herzlichen Dank für
die tolle Organisation, das schöne Gelände und den besonderen Draht
zu Petrus.
Um
13.00 Uhr ist die Anmeldung für die Open, welch christliche Zeit: Gemütliches
Aufstehen, Frühstücken, kleine Hunderunde, Hunde füttern, Auto
richten .... dann geht's los ins ca. 2h entfernte Hettenschwil in der Schweiz
- Mickey kennt den Weg und leitet mich souverän.
Kurz vor dem WT Gelände halten wir noch einmal, damit sich mein Pad lösen
kann, auch das klappt ;-). Nun ist es nicht mehr weit, schnell finden wir
einen Parkplatz, dann gleich noch anmelden, das Leistungsheft abgeben und
die Meldegebühr begleichen, alles ganz locker. Wir haben die Startnummer
15.
Um 13.15 Uhr die Begrüßung und dann geht es auch schon den Berg
hinauf.
Unsere
erste Aufgabe:
Wir stehen auf einem Waldweg, vor uns eine kleine Fichtenschonung. Der Richter
erklärt, dass es sich dabei um das eng begrenzte Suchengebiet, ca. 10
x 10m handelt. Es sind 5 Dummys versteckt, und alle möchte er haben.
Wichtig ist ihm das Zusammenspiel zwischen Hundeführer und Hund.
Paddy ist gespannt wie ein Flitzebogen, voller Energie und Tatendrang. Ich
leine ihn ab und schon sitzt er in den Startlöchern. Meine vorgehaltene
Handfläche sagt ihm "warte", sein Po senkt sich minimal Richtung
Boden. Die Pfeife schon im Mund, um ihn im Notfall stoppen zu können,
schicke ich ihn ganz behutsam mit einem Zeigefinger.
Er schießt los, stürzt sich regelrecht auf das erste Dummy und
kommt zu mir zurück. Wieder
sitzt er sehr gespannt und erwartungsvoll neben mir, ich schicke ihn wieder
nur mit einem leichten "Fingerwackeln" und wieder schießt
er regelrecht raus.
Suchenpfiff, sofort nimmt er die Nase runter und schnappt sich das zweite
Dummy. Soooviel Energie hat der kleine Kerl - Wahnsinn. Dummy Nr. 3 findet
er ebenfalls sehr schnell, umrundet auf dem Rückweg das Suchengebiet,
ein kurzes Verharren zeigt mir die Lage von Dummy Nr. 4, welches er sich beim
nächsten Auftrag schnappt - cleveres Kerlchen. Noch ein letztes Mal schicken,
er geht sehr schnell und gezielt nach rechts, hat die Suchengebietsgrenze
schon erreicht, ich Stoppfiff, es reißt ihn förmlich herum, jau
genau hinter dem Baumstamm liegt auch das letzte Dummy.
Mit solch einem Energiebündel gleich zu Anfang eine Suche - das ist für
HF und Hund eine echte Herausforderung. (schwitz) ;-).
Die
zweite Aufgabe kommt Pad's Temperament da mehr entgegen:
Eine Dreifachmarkierung im Wald, der Schütze steht ca. 15 m von uns entfernt
im Wald, in gleicher Linie, noch einmal ca. 15m weiter, hat sich der Helfer
postiert. Das erste Marking fällt von uns aus gesehen rechter Hand in
eine Dickung, das zweite fällt links in eine kleine Schonung, Entfernung
bei beiden ca. 50 m. Das dritte wirft der Helfer in gerader Linie von uns
weg in den Wald hinein. Bei allen Dummys ist nur die Flugbahn sichtbar. Die
Reihenfolge ist frei wählbar.
Beim
ersten Apport darf sich Pad sein Dummy heraussuchen, ich schicke ihn einfach
mit Apport. Gute Wahl er nimmt das linke, das vermeintlich einfachste und
bringt es schnell.
Nun gebe ich ihm das rechte vor und zeige schräg nach vorne in den Wald
hinein. Auf Kommando schießt er los, aber nicht in die angegebene Richtung,
sondern er wählt den für ihn angenehmeren Weg, rennt den Waldweg
ein Stück hinauf, auf Höhe der Fallstelle biegt er um 90° ab
und wühlt sich die 15 - 20 m durch die Dickung. Schnell kommt er mit
seiner Beute wieder zu mir.
Mittlerweile habe ich mich ein bisschen nach rechts gearbeitet zu einer kleinen
Waldschneise in Richtung drittes Dummy um ihm den Weg vorzugeben. Ich setze
ihn an, seine rechte Pfote ist wieder leicht angehoben, und schicke ihn mit
Voran in den Wald hinein. Er nimmt die Richtung gut an und arbeitet sich zur
Fallstelle vor (nur seine wedelnde Rute verrät mir, wo er sich befindet).
Es dauert eine Weile, er bleibt eng im Gebiet, sucht ... sucht ... sucht,
findet und bringt - gut gemacht!
Der schwedische Richter ist begeistert von seiner Leistung und verleiht uns
einen "golden Star" :-).
Weiter
geht's zur dritten und vierten Aufgabe:
Es fallen zwei Markierungen, die erste rechts auf eine flache Obstbaumwiese,
Entfernung ca. 80m, die zweite fällt im Wald. Nur die Flugbahn ist sichtbar
da riesige Heuballen die Sicht versperren.
Paddy hat gut markiert, soll aber zuerst ein Blind holen, das Hang abwärts
an einem Obstbaum liegt. Ich drehe ihn in Richtung des blinds, sein Kopf und
seine Nase zeigen schön in diese Richtung, als ich ihn mit einem energischen
Voran Kommando schicke.
Er rennt
in die angegebene Richtung und ist durch den abfallenden Hang schon aus meinem
Sichtfeld verschwunden, gespannt warte ich und fixiere die Stelle, an der
er erscheinen müsste - nix zu entdecken. "Voran" rufe ich -
nix, wie vom Erdboden verschluckt. Hört man im angrenzenden Wald etwa
ein Knacken? Ja bin ich denn blind?? ... oder brauche ich eine neue Brille
???
Da,
endlich sehe ich ihn viel zu weit, schon jenseits des Weges ... wie kommt
der da hin? Ich hole ihn zurück, aber auf Höhe eines riesigen Asthaufens
verharrt er, umrundet den Reisighaufen, stellt sich auf seine Hinterläufe
- da ist was interessantes drin. Es ist schwierig ihn von dort wegzulotsen,
aber dann kommt er doch heran. Auf Höhe des gewollten Dummys stoppe ich
ihn erneut, auf mein rechts Kommando nimmt er die Richtung an und findet -
boah eh.
Die beiden Markierungen sind dann nicht wirklich ein Problem, das auf der
Wiese findet er punktgenau, bei dem im Wald muß er ein wenig seine Nase
einsetzen.
Die Helferin frage ich hinterher ob auf dem Reisighaufen etwas versteckt sei,
sie verneint zuerst. Doch dann sehen wir, dass der Helfer der die blinds auslegt
dort seine Dummys deponiert hat. ;-)
Aufgabe
5 - Guy Matter: Flächensuche.
Hundeführer die aus dieser Aufgabe herauskommen erzählen "schlimme
Sachen" ... So in der Art: "kann dein Hund zählen und lesen?
... er muß zuerst Dummy Nr. 1, und dann Dummy Nr. 2 holen... holt er
ein anderes bekommt ihr weniger Punkte" ....
Am Startpunkt
angekommen erklärt der Richter, dass er hier gejagt habe und verschiedene
Stücke im Wald zu suchen sind. Das Suchengebiet ist durch seine rechte
Grenze klar begrenzt, der leichte Wind zieht von links herauf. Die Abfolge
ist klar, die Fläche soll systematisch von rechts nach links durchsucht
werden. Also
bitte Paddy zeig mir wie gut deine Nase ist ......
Ich schicke ihn mit voran an die rechte Grenze und gebe ihn in entsprechender
Entfernung mit unserem Suchkommando frei. Schnell bögelt er in den Wind
hinein und findet das erste Dummy. Ein zweites Mal schicke ich ihn an die
rechte Grenze gebe ihn wieder in Entfernung frei und er sucht sich schön
seinen Weg. Das Gelände ist leicht abfallend und er ist schnell aus meinem
Blickwinkel verschwunden. Der Richter ist ein Stückchen vor mir, so dass
er die Arbeit von Pad bewerten kann. Bald reckt er den Daumen nach oben und
schon sehe ich meinen Pad mit dem richtigen Dummy auf mich zukommen.
Auch hier werden wir, oder besser mein Pad, für seinen tollen und systematischen
Suchenstil gelobt. Ja das kann er wirklich gut, seine tolle Nase benutzt er
super (stolzbin) :-)
Zufrieden
machen wir uns auf den Weg zum Auto, mittlerweile ist sogar die Sonne herausgebrochen
und es ist angenehm warm. Ein schöner Workingtest, richtig zum Einstimmen
und warm werden, eine angenehme kameradschaftliche Atmosphäre, wie eigentlich
immer, wenn ich in der Schweiz starte - das hat richtig Spaß gemacht.
Paddy
ist versorgt, hat seine Zwiebackration verspeist, ich habe meine Schuhe schon
gewechselt, als wir von der Sonderleiterin Silvia Mutter zum Stechen um
den 3. Platz aufgerufen werden.
Jetzt bin ich gar nicht mehr cool, meine Hände zittern, aber ich werde
kameradschaftlich gedrückt und beruhigt: "macht einfach so weiter
wie zuvor, dann wird das schon".
Ja klar - wir geben jetzt alles !!!
Es fällt eine Markierung mit Schuß leicht hangabwärts, die
Fallstelle ist nicht zu sehen, Entfernung ca. 60m. Zuvor soll ein Blind am
Waldrand, hangaufwärts in ca. 100m Entfernung geholt werden.
Ich richte Paddy in Richtung der Markierung aus, sie fällt und sein Hals
wird länger und länger. Anschließend drehe ich mich leicht
in Richtung Blind und mein Pad macht die Bewegung in einem Satz mit. Mit der
rechten Hand fokusiere ich seinen Blick auf das gewünschte Ziel und schicke
ihn den Hang hinauf. Auf Höhe des Elektrozaunes, kurz vor Überquerung
eines Grasweges, kommt er ganz leicht ins Zaudern. "Voran" rufe
ich ihm hinterher und schon nimmt seine Geschwindigkeit wieder zu. Er ist
ein bisschen weit rechts, doch ich will ihn zuerst an Tiefe gewinnen lassen,
bevor ich einschreite. Diese Entscheidung erweist sich als goldrichtig, er
bekommt Wind und saugt sich förmlich Richtung Dummy fest, zack hat er
es und kommt den Hang wieder zu mir heruntergesaust.
Die
Markierung danach ist ein Klacks für Paddy, in gerader Richtung sprintet
er los, punktgenau zum Dummy, nimmt auf und bringt. Hinter mir höre ich
begeistertes Klatschen, das ist ein schönes Gefühl für uns!
Ein
sehr schöner Tag hat damit für uns seinen würdigen Abschluss
gefunden.
Bilder
können durch anclicken vergrößert werden!
Bilder
Silvia Mutter / StefSchmid